Das „Schlafboot“

Veröffentlicht auf von Virginie

Nachdem ich jetzt auch Ko Tao kennenlernen durfte, war es für mich an der Zeit von der Golfregion im Osten an die Küste der Andamanen-See im Westen zu kommen. Da die Überfahrt nach Krabi (mein gewünschtes Ziel) aber einen ganzen Tag in Anspruch genommen hätte, dachte ich mir: „Hey…es gibt ein Sleepboat?... okay!“

So wurde ich also 20:00 zum Pier gebracht, wo das uralte Boot (denn ein Schiff war es bei weitem nicht) 21:00 ablegen sollte… Da ich mich unter den ersten Passagieren befand war es äußerst amüsant die Gesichter der nach mir folgenden Backpacker zu beobachten, welche durch die „Tür“ kamen… Wir dachten wohl alle das gleiche… „Ahaaaa……okaaaay……ernsthaft?!“ … dann ein Schmunzeln, nachdem man begriffen hatte, dass es durchaus ernst gemeint war…. :)

(Die Zugfahrt in der 2.Klasse hatte hiergegen übrigens gefühlte 6 Sterne) Ich glaube wir waren ca.100 Passagiere + Besatzung. Auf den folgenden Bildern kann man leider durch Dunkelheit & schlechte Qualität nicht all zu viel erkennen, da ich gezwungen war dieses Abenteuer mit dem Handy zu dokumentieren…

(mein Fotoapparat befand sich im Rucksack und dieser leider unten im Boot)

Beim Einsteigen wurden beliebig Tickets mit Nummerierung vergeben, danach konnte man dann seinen Platz suchen, es gab 2 Stockwerke, wobei das untere (wo ich glücklicherweise nicht hin musste…) noch erschreckender wirkte. An den Wänden waren durchgehend diese Matten ( b. einer Dicke von 5cm kann ich es nicht Matratze nennen) platziert, darüber an die Wand waren die besagten Nummern geschrieben…

Die Rucksäcke kamen ganz nach unten (wobei sich jeder fragte ob es ein Abschied für immer sei)… Ich suchte dann meinen Platz und machte mich bestens bekannt mit der Deutschen zu meiner Linken & dem Schweden zu meiner Rechten, denn – das gekuschelt wird war Fakt, bei einer Platzbemessung von 45cm pro Person… Warum meine Beine so komisch liegen auf dem Bild? – mein kleiner Rucksack mit Wertsachen befand sich dazwischen – so musste ich auch schlafen…

Das „Schlafboot“

Es gab eine „Toilette“ im unteren Bereich, die es mit einer Leiter zu erreichen galt. Ich suchte sie nur 1x auf – 20:45, denn danach kam NIEMAND mehr dorthin. –Warum? Das Boot war anscheinend überbucht worden, so wurden die letzten Leute in den Mittelgang auf dem Holzboden platziert, sodass niemand mehr auch nur einen Schritt wohin auch immer tun konnte. 21:00 legten wir dann auch tatsächlich ab, als das geschah, gingen die ohnehin schon dunkel leuchtenden & knapp bemessenen Lichter im Wechsel an & aus…. Ich kann nur sagen, dies wäre der PERFEKTE Drehort für einen Horrorfilm gewesen….. Da klar war wir würden 5:00 anlegen (falls es dazu kommen sollte) & das Licht 21:30 sowieso gänzlich erlosch, versuchten alle zu schlafen… Mir gelang es erstaunlich schnell in einen sehr tiefen Schlaf zu fallen (später bemerkte ich auch warum – da ich tagsüber noch tauchen war & 2 Tabletten eingenommen habe die beim Druckausgleich, allerdings auch beim Einschlafen helfen). 3:00 wachte ich plötzlich auf weil der Schwede mir im Schlaf anscheinend versehentlich seinen Arm über den Kopf gedonnert hatte…die Deutsche hingegen kuschelte friedlich in meiner Achselgegend… :)

Da bemerkte ich dann auch erstmals wie sehr dieses Boot eigentlich in den Wellen schwankte… Daraufhin verabschiedete ich mich dann innerlich von meinem Leben, bevor ich erschöpft wieder einschlief..

Das „Schlafboot“
Das „Schlafboot“

5:00 kamen wir erstaunlicher Weise in Surat Thani an, dann folgte eine kurze Fahrt mit dem Tuk Tuk & schließlich eine längere mit dem Minibus, bis wir 9:40 endlich Krabi Town erreichten… Ich merkte den ganzen Tag hindurch die Spätfolgen der Nacht, ich war seekrank…..

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